Nilolauskirche Oberwälden

Nikolauskirche Oberwälden

Die Bauzeit der Kirche fällt in die Stauferzeit um 1200. Aber schon ab 800 wird ein Vorgängerbau angenommen.
Der quadratische Chorturm stammt noch aus dieser Zeit und diente auch als Wehrturm, der der Bevölkerung als Zuflucht gedient hat. Mit ihrer Lage zwischen Fils und Rems, in Sichtweite des Hohenstaufen, kam ihr die Bedeutung einer Burg-oder Pfalzkapelle zu.

Die Kirche in Oberwälden ist dem heiligen Nikolaus geweiht.
Im romanischen Chorraum befindet sich ein fast vollständig erhaltener Zyklus frühgotischer Wandmalerei, die in das erste Drittel des 14.Jh datiert wird.
Da die Südwand des Chores für ein dreiteiliges Renaissancefenster 1450 ausgebrochen wurde sind die Malereinen dieser Wand verloren. Auch die Malereinen der Sockelzone sind nicht mehr erhalten.

Für die Zeit ungewöhnlich ist die Darstellung der Evangelisten im Gewölbe. Die Evangelisten tragen Flügel, ihre Attribute sind in Form einer Schriftrolle dargestellt. Zu ihren Füssen sitzt  jeweils links ein Profet und rechts eine heidnische Wahrsagerin , eine Sibylle.
Die  Nordwand zeigt einen Marienzyklus mit der Krönung Mariens. Hier ist auch der Kirchenpatron , der heilige Nikolaus zu finden, mit einer Szene der Rettung aus Seenot.  
Die Ostwand bildet den Höhepunkt der Chorausmalung mit einer Jonadarstellung, Christus als Schmerzensmann und einer Darstellung der Schutzmantelmadonna, die als eine der ältesten in Schwaben gilt.
Auf dem mächtigen Chorbogen, der Landhaus und Chor trennt, ist das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen dargestellt.
Programm und Stil der Malereien wird als "seeschwäbisch" bezeichnet. Verbindungen der Malereien zur Stiftkirche Faurndau (Marienzyklus), der Martinskirche in Gruibingen (Schmerzensmann)sind belegt.
Wie in vielen Kirchen im evangelischen Württemberg, wurden die Malereien nach der Reformation auf Anordnung von Herzog Ulrich (um 1540) übertüncht. Erst 1909 wurden sie wiederentdeckt und erstmals restauriert.